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Vorbereitung auf den Tierarztbesuch | Drucken |

 Vorbereitung auf den Tierarztbesuch

Jeder Katzenbesitzer hofft zu Recht, dass er mit seinem Tier so selten wie möglich zum Tierarzt gehen muss


Ab und zu sollte aber auch die gesunde Katze zum Tierarzt – sei es zu den regelmäßigen Impfungen oder einfach zu einem Routinescheck, vor allem bei einem älteren Tier. Diese Vorsorgeuntersuchungen kann man planen. Im Krankheitsfall ist man als Katzenbesitzer aber oft verunsichert und weiß nicht recht, was man mitnehmen oder ob man etwas vorbereiten soll. Handelt es sich gar um einen Notfall, ist man dann meist total durcheinander und könnte doch mit ein, zwei schnellen Vorbereitungen dazu beitragen, dass der Tierarzt noch effektiver helfen kann. Wie Sie den Tierarztbesuch – in jeder Dringlichkeitsstufe – sinnvoll vorbereiten können, möchte ich Ihnen in diesem Artikel erläutern.

 


Impfungen und Routinechecks

Sie möchten nun Ihren Neuzugang oder auch Ihr älteres Tier zur Impfung oder einfach einem Gesundheitscheck beim Tierarzt vorstellen.

Lassen Sie sich in der Praxis rechtzeitig einen Termin geben. Sagen Sie bereits am Telefon, weswegen Sie mit Ihrer Katze kommen. Wissen Sie bereits im voraus, dass Sie im Rahmen der Routineuntersuchung ein bestimmtes Problem ansprechen möchten, so geben Sie dies auch bereits am Telefon bekannt. So können etwaige Untersuchungsmaterialien vorbereitet werden. Notieren Sie sich alles, was Sie den Tierarzt fragen möchten. Eine Impfung beinhaltet immer eine gründliche Allgemeinuntersuchung. Hierbei ist der Zeitpunkt günstig, mit dem Tierarzt über all das zu sprechen, was Ihnen auf dem Herzen liegt. Vergessen Sie nicht den Impfpass! Wenn Sie bei Ihrer Katze regelmäßige Wurmkuren und/oder Floh- und Zeckenbehandlungen durchführen, führen Sie Buch und nehmen die Daten ebenfalls mit in die Praxis. Auch wenn Sie Ihre Katze nicht impfen lassen, sollten Sie sie einmal jährlich zum Gesundheitscheck bringen. Ab dem 10. Lebensjahr sollten die Gesundheitschecks im halbjährlichen Intervall erfolgen. Diese regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beinhalten Blutuntersuchungen (vor allem die Leber- und Nierenwerte und der Blutzucker werden kontrolliert, weitere Werte je nach Bedarf). Aus diesem Grund sollte Ihr Senior nüchtern zu diesen Untersuchungen nüchtern sein.

Vergessen Sie bei geplanten Auslandsreisen nicht, dass die meisten Länder zur Einreise eine gültige Tollwutimpfung vorschreiben, die nicht älter als ein Jahr und nicht jünger als vier Wochen sein darf. Auch wenn Ihre Katze eine reine Wohnungskatze ist, müssen Sie sie vor dem Grenzübertritt gegen Tollwut impfen lassen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig (mindestens fünf Wochen vor Reiseantritt) in der Praxis, welche Reisebestimmungen gelten. Auch wenn sich manche Tierärzte dazu hinreißen lassen, eine Impfung vorzudatieren: Strenggenommen ist dies Dokumentenfälschung. Viele Länder schreiben mittlerweile auch die Kennzeichnung der Tiere per Tätowierung oder Mikrochip vor. Für die Tätowierung muss die Katze narkotisiert werden, der Mikrochip wird ohne Betäubung implantiert. Wenn Sie Ihre Katze zur Kastration anmelden, sollten Sie gleich die Kennzeichnung mit „in Auftrag“ geben. Auch wenn Sie nie mit der Katze reisen: So mancher Findling wurde schon anhand seiner Kennzeichnung schnell und sicher zu seiner Familie zurückgebracht!

 

 

Die kranke Katze

Leider kann Ihre Katze auch einmal krank werden. Viele Katzenbesitzer geben in der Sprechstunde nur an, dass „etwas nicht stimmt“. Dass Sie als Besitzer Ihr Tier genau kennen und sofort merken, wenn die Katze anders ist, liegt auf der Hand. Ihr Tierarzt kann aber mit dieser relativ ungenauen Umschreibung nicht allzu viel anfangen. Versuchen Sie, die Symptome genauer zu beschreiben: Die Katze frisst weniger, sie ist apathisch. Sie bewegt sich anders, putzt sich nicht mehr oder ist nervöser als sonst. Das Miauen klingt anders, sie hustet, niest, oder verliert Körperflüssigkeiten. Sie geht ständig aufs Katzenklo, sie weicht Berührungen plötzlich aus. All diese Beobachtungen können unter Umständen wichtig sein und in der Praxis nicht unbedingt gemacht werden.

Wann begannen die Veränderungen? Haben sie sich verstärkt, kamen noch weitere Symptome hinzu? Manchmal kann es hilfreich sein, ein „Katzentagebuch“ zu führen. Eine kleine Agenda, in die man Impfungen, Parasiten- und Medikamentenbehandlungen eintragen kann und eben alle kleinen und größeren Beobachtungen rund um sein Haustier.

Geben Sie keine Medikamente auf eigene Faust oder auf den Rat von Bekannten hin ein. Unter Umständen können so Symptome verschleiert oder Blutwerte verfälscht werden. Haben Sie bereits etwas eingegeben, so notieren Sie den Namen und die Dosis des Präparates und informieren Sie den Tierarzt darüber. Dasselbe gilt für Salben und Cremes bei Hautveränderungen sowie Ohren- und Augenerkrankungen . Der Tierarzt wird unter Umständen Haut- oder Sekretproben untersuchen müssen, die durch bestimmte Präparate beeinflusst werden könnten.

Bei Problemen mit der Ausscheidung kann es hilfreich sein, eine frische Kot- oder Urinprobe mitzubringen. Bei Kot gilt: Möglichst frisch, idealerweise kurz vor dem Tierarztbesuch einsammeln. Ist dies nicht möglich, muss die Probe gekühlt gelagert werden. Kotsammelröhrchen gibt es in der Praxis, am besten fragen Sie bei einem Routinebesuch danach. Ansonsten eignen sich auch kleine Plastikdöschen (z.B. von einer Filmrolle) oder ausgekochte Gläser mit dichtem Verschluss. Eine Urinprobe ist bei einer Katze nicht so einfach zu gewinnen wie bei einem Hund. Am einfachsten gelingt es, wenn man das Katzenklo ausleert, reinigt (am besten mit heißem Wasser) und leer (gegebenenfalls mit ein wenig zerrissenem Zeitungspapier) wieder an seinen gewohnten Platz stellt. Die meisten Katzen akzeptieren auch die leere Wanne, solange der Geruch und der Ort stimmen. Aufgenommen wird der Urin am besten mit einer sterilen Plastik-Einmalspritze. (Lassen Sie sich vom Tierarzt am besten vorsorglich ein paar 2 und 5 ml Spritzen mitgeben; diese leisten auch beim Eingeben von Flüssigkeiten gute Dienste). Transportiert wird der Urin dann am besten direkt in der Spritze. Der Nachteil dieser Methode der Urinprobengewinnung liegt darin, dass der Urin nicht steril ist. Selbst wenn das Katzenklo zuvor penibel gesäubert wurde, können sich Keime und mineralische Bestandteile darin befinden. Besser ist also die Uringewinnung in der Tierarztpraxis. Sofern die Blase nicht leer ist, kann der Tierarzt bei einer einigermaßen kooperativen Katze Urin mittels einer Punktion durch die Bauchdecke gewinnen. Dies tut nicht mehr weh als eine ganz normale Injektion. Ist die Blase nur wenig gefüllt, ist es besser, die Punktion unter Ultraschallkontrolle durchzuführen. Erkundigen Sie sich also bei entsprechenden Symptomen Ihrer Katze in der Praxis, welche Art der Harngewinnung üblicherweise durchgeführt wird. Soll die Blase punktiert werden, empfiehlt es sich, das Katzenklo ein paar Stunden vor dem Tierarztbesuch zu entfernen, um zu vermeiden, dass die Blase leer ist.

Denken Sie daran, dass die Katze für den Tierarztbesuch nüchtern sein muss! Dies hat mehrere Gründe: Bestimmte Blutwerte können durch eine Mahlzeit verfälscht werden. Falls eine Narkose nötig werden sollte, schläft ein nüchternes Tier schneller und sicherer ein. Bei manchen Narkosen tritt Brechreiz auf. Durch Erbrochenes, das in die Atemwege gelangt, kann sich die Lunge der Patientin entzünden, schlimmstenfalls kann das Tier sogar ersticken. Und schließlich kann ein voller Magen auch bei Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen die Diagnose erschweren.

 

Der Notfall

Bei einem Notfall bleibt oft wenig oder keine Zeit, große Vorbereitungen zu treffen. Rufen Sie aber nach Möglichkeit vorher in der Praxis an, um Ihr Kommen anzukündigen. Erkundigen Sie sich bei einem Routinebesuch in Ihrer Stammpraxis, ob Ihr Tierarzt rund um die Uhr erreichbar ist. Falls nicht, erkundigen Sie sich nach der nächstgelegenen Tierklinik mit 24-Stunden-Dienst. Deponieren Sie alle Telefonnummern gut sichtbar in der Nähe Ihres Telefons!

Steht Ihre verunglückte Katze unter Schock (ist sie apathisch, hat blasse Schleimhäute, kann sich nicht selbst bewegen), hüllen Sie sie während des Transports in eine wärmende Decke, um eine Auskühlung zu vermeiden.

Hat die Katze offensichtlich giftige Substanzen aufgenommen (zum Beispiel Haushaltsreiniger, Pflanzendünger, Ungeziefervernichtungsmittel etc.), so nehmen Sie auf jeden Fall die Verpackung und Reste der Substanz mit in die Praxis. Denken Sie daran, dass manche Floh-Spots für Hunde für Katzen giftig sind (ExSpot®, Advantix®)! Auch die für Katzen vorgesehenen Spot-on-Präparate und bestimmte Salben zur Ohrmilbenbehandlung können zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn die Katze sie ableckt.

Ist Ihre Katze Diabetikerin und zeigt plötzlich Symptome einer Unterzuckerung: Wann hat sie das letzte Mal Insulin bekommen? Saß die Spritze? Wann hat sie gefressen? Hat sie Durchfall oder Erbrechen? All dies ist für den Tierarzt nun wichtig. Nehmen Sie das Insulinfläschchen sicherheitshalber mit in die Praxis. Dies gilt übrigens für alle Tiere, die unter dauernder Medikamentenbehandlung stehen: Wann gab es die letzte Dosis, hat das Tier Durchfall oder Erbrechen (wurde das Medikament so wieder ausgeschieden, bevor es wirken konnte)? Medikamente immer mitnehmen!

 

Wenn die Katze operiert wird

Außer bei Notoperationen, auf die Sie sich und Ihre Katze natürlich nicht vorbereiten können, werden operative Eingriffe bei Tieren (wie auch bei Menschen) geplant. Sie bekommen in der Praxis einen Termin und meist auch mündliche (oder schriftliche) Erläuterungen. Normalerweise finden Operationen morgens oder am frühen Mittag statt. Die Patienten werden in der Regel morgens einbestellt, selten einmal können (oder sollen) sie bereits am Vorabend gebracht werden. Wahrscheinlich werden Sie schon einmal beobachtet haben, dass Ihre Katze einen Siebten Sinn dafür hat, wenn es zum Tierarzt geht. Die Wohnungskatze verschwindet hinter dem Schrank oder auf dem Dachboden, der Freigänger verabschiedet sich bereits Stunden vorher nach draußen... Sperren Sie Ihre Katze darum sicherheitshalber bereits am Vorabend ins Haus, rechtzeitig vor der Abfahrt in ein Zimmer ohne für Sie unerreichbare Verstecke. Die letzte (leichte) Mahlzeit gibt es am Vorabend gegen 19 Uhr, Wasser und ein Katzenklo sollten bis zur Abfahrt frei zugänglich sein. Verabreichen Sie der Katze keine Beruhigungsmittel! Diese machen die Wirkung der Narkose unberechenbar und können zu ernsthaften Schwierigkeiten führen. Nach dem Eingriff bleibt die Katze mindestens solange in der Praxis, bis sie aus der Narkose aufgewacht ist. Falls Sie möchten, geben Sie den Helferinnen ein Stofftier oder eine Decke von zuhause mit, damit die Katze während und nach dem Aufwachen einen vertrauten Geruch um sich hat. Kennzeichnen Sie alle Gegenstände (vor allem die Transportbox) mit Ihrem Namen. Auch wenn dies nicht optimal ist (die Aufwachphase kann mitunter von Gleichgewichtsstörungen und Erbrechen begleitet sein) geben manche Tierarztpraxen Tiere direkt nach einem harmlosen Eingriff (also noch narkotisiert) wider mit nach Hause. Betten Sie das schlafende Tier in einem geschlossenen Zimmer ohne Stufen auf eine weiche und wärmende Unterlage, decken Sie es gegebenenfalls mit einer leichten Decke zu. Legen Sie es auf den Fußboden, nicht auf erhöhte Plätze wie das Sofa oder das Bett. Trinken darf der Patient, sobald er wieder selbst aufstehen und gehen kann; fressen darf er erst wieder am Folgetag.

Vergewissern Sie sich immer, wenn Sie ein Tier nach einer Operation wieder abholen, dass Ihr Tierarzt für Sie erreichbar ist, falls Komplikationen auftreten! Dies gilt sowohl für ambulante als auch für stationäre Eingriffe. Erkundigen Sie sich auch, ob und wann die Fäden gezogen werden müssen (üblicherweise nach 10 bis 14 Tagen).

 

Der Transport

Über den Katzentransport wurde bereits ausführlich im KM 1/03 berichtet. Ich möchte die wichtigsten Punkte für den Transport einer Katze zum Tierarzt an dieser Stelle wiederholen:

Benutzen Sie unter keinen Umständen Korbhöhlen. Auf jede Katze, die sich in der Praxis bereitwillig herausnehmen läßt, kommen zehn, die sich fauchend mit allen vieren von innen gegen die kleine Öffnung stemmen oder nach der Hand schlagen, die sie herausziehen will.

Besser geeignet sind Plastikboxen, die sich von vorne und von oben öffnen lassen.

Legen Sie die Transportbox mit saugfähigem Material aus, am besten mit Zeitungspapier oder Zellstoff. Sie können auch eine Einmalwindel verwenden.

Stellen Sie keine Wasserschälchen oder Reiseproviant in die Box, meist kippen die Gefäße sowieso nur um und die Katze sitzt dann in der Patsche.

Besitzen Sie eine Katze, die sich überhaupt nicht anfassen lassen mag (weder vom Tierarzt, der Helferin noch von Ihnen selbst), gibt es sogenannte „Zwangskäfige“ oder „Crash Cages“, durch die man die Katze spritzen kann. Für die jährlichen Impfungen ist dies nur eine Notlösung. Sollte aber bei einer solchen Katze eine Narkose notwendig werden, so leistet dieser Käfig gute Dienste und minimiert den Stress für Tier und Mensch. Zwangskäfige sind meist rundum vergittert. Deshalb empfiehlt es sich, sie während des Transportes mit einem Tuch zu bedecken. So vermittelt man der Katze ein gewisses Höhlengefühl und schützt sie vor ängstigenden visuellen Eindrücken. In der Regel ist es besser, die Katze im Zwangskäfig zum Tierarzt zu bringen und sie nicht erst dort umzubugsieren.

Die meisten Katzen schreien herzerweichend, wenn sie unterwegs sind. Lassen Sie sie trotzdem nicht aus der Box, wenn Sie allein im Auto sind. Vielleicht organisieren Sie den Tierarztbesuch so, daß Sie von einer vertrauten Person begleitet werden, damit Sie mit dem Tier im Fond sitzen können?

Falls Sie kein eigenes Auto haben und auch keine Bekannten, die Sie fahren können, gibt es zwei Möglichkeiten: Das Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel. Wählen Sie, falls möglich, das Taxi. Geben Sie beim Bestellen aber unbedingt an, daß Sie eine Katze dabei haben!

Bus- und Bahnfahrten sind für Sie und Ihr Haustier stressiger als eine Autofahrt, auch wenn Sie ein paar Franken oder Euro dabei sparen. Geräusche und Gerüche verstören die Katze, verständnislose oder belustigte Blicke zerren an Ihren Nerven.

Vielleicht sind Sie ja auch in der glücklichen Lage, daß Ihr Tierarzt seine Praxis direkt bei Ihnen um die Ecke hat, so daß Sie nur ein paar Schritte zu Fuß gehen müssen. In diesem Fall können Sie vielleicht sogar mit dem Personal der Praxis verabreden, daß Sie angerufen werden, sobald Sie an der Reihe sind. So läßt sich ein Aufenthalt im Wartezimmer umgehen.

Auf keinen Fall dürfen Sie die Katze nur auf dem Arm zum Tierarzt bringen! Egal, ob Sie mit dem Auto, dem Taxi oder zu Fuß unterwegs sind: die Katze gehört ausnahmslos in eine ausbruchssichere, blickgeschützte und wasserdichte Box. Zu viele Katzen sind schon vom Arm ihrer Besitzer gesprungen und auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Auch wenn Ihre Katze Sie sonst begleitet wie ein Hündchen, lassen Sie sich in dieser Hinsicht auf keine Experimente ein. Sie müssen niemandem etwas beweisen. Und nicht zuletzt Ihre Katze weiß es bestimmt zu schätzen, wenn Sie nicht Auge in Auge mit einem Schäferhund im Wartezimmer sitzen muß. Dasselbe gilt auch für Katzenleinen: Für einen sicheren Ausflug in den Garten mögen sie praktisch sein, für den Tierarztbesuch sind sie ungeeignet.


 
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