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KATZENBABYS GEFUNDEN.WAS TUN ? Stellen Sie sich vor, Sie wollten nur rasch den Müll einwerfen, als Sie ein klägliches Piepsen hören. Sie schieben ein paar Pappkartons zur Seite und entdecken eine kleine Schachtel mit drei neugeborenen Katzenbabies, eines davon bewegt sich kaum noch...
... So etwas kann Ihnen dieser Tage passieren, denn jetzt beginnt wieder die Jahreszeit, in der es Katzenbabies regnet. Hauskatzen und wilde Katzen – alle, die nicht kastriert wurden, bringen jetzt bis zu sechs Junge zur Welt. Viele Besitzer tragen die neugeborenen Kätzchen zum Müll. Nicht unbedingt, um sie auf diese grausige Weise zu entsorgen, sondern vor allem, weil sie meinen, an dieser viel frequentierten Stelle wird sich schon jemand der kleinen Würmchen erbarmen. Da stehen Sie jetzt also, unschlüssig, eigentlich haben Sie es ja eilig...aber einfach so ihrem Schicksal überlassen wollen Sie die Kleinen auch nicht. Also packen Sie die Schachtel ein und nehmen sie erst mal mit nach Hause. Die Babies schreien zum Herzerweichen. Ihnen fällt ein, daß Sie ja eigentlich schon gestern Milch besorgen wollten. Also nochmal einen Schlenker gemacht und ratlos vor dem Regal gestanden. Da war doch irgendwas... vertragen Katzen überhaupt Kuhmilch? Spätestens jetzt müssen Sie sich über ein paar Dinge klar werden.Katzen nehmen in ihren ersten Lebenstagen, wie übrigens alle Säugetiere, mit der Kolostralmilch (so nennt man die erste Muttermilch) lebenswichtige Immunstoffe auf. Diese helfen Ihnen, mit Krankheitserregern, die ja überall vorhanden sind, fertig zu werden. Die Muttermilch gut gepflegter und geimpfter Mutterkatzen ist reich an diesen Immunstoffen. Bei wildlebenden Katzen, die oft selbst nicht gesund sind, sieht es schon anders aus. Gar keine Kolostralmilch ist aber der denkbar schlechteste Start ins Katzenleben. Bei Findelkindern, die noch geschlossene Augen haben, oft sogar erst ein paar Stunden alt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, daß sie zeitlebens anfällig für Infektionen sein werden. Sind die ugen und die Nasenlöcher bereits eiterverklebt, sollten Sie die Tierchen so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen. Bei Tieren, die offensichtlich jünger als drei Wochen sind, wird er wahrscheinlich raten, sie zu erlösen. Bei properen, munteren Kätzchen ab der dritten Lebenswoche hingegen besteht durchaus die Chance, sie mit der Flasche zu kräftigen, gesunden Katzen aufzuziehen. Die Frage ist: Sind Sie in der Lage, mindestens zwei Wochen lang alle zwei Stunden die hungrigen Mäuler zu stopfen? Haben Sie selber Kinder, so können Sie sich ungefähr vorstellen, was das bedeutet. Bei der Vermittlung von Tieren, die mindestens acht Wochen alt sind, helfen engagierte Tierschützer (siehe Juliheft), aber aufziehen müssen Sie Ihre Findlinge selbst! Der personelle und zeitliche Aufwand von Handaufzuchten übersteigt den Rahmen der Tierschutzorganisationen und Tierarztpraxen bei weitem. So, nun haben Sie sich also durchgerungen, die nächsten zwei Wochen Katzenmama (oder –papa) zu spielen. Sie haben sich beim Tierarzt, in der Apotheke oder in der Zoohandlung Milchpulver für Katzenwelpen besorgt, es nach Anleitung angerührt und mit dem speziellen Saugfläschchen trinken die Kleinen auch gierig. Was gilt es noch zu beachten? Nach jeder Mahlzeit massieren Sie mit einem angefeuchteten Wattebausch das Bäuchlein und den After der Kleinen. Dies ersetzt die Wäsche durch die Mutter und provoziert den Kot-und Harnabsatz. Ohne diese Massage kommt es zu schwersten Verdauungsstörungen! Bringen Sie die Katzenkinder mindestens einmal zum Tierarzt, der sie auf ihren allgemeinen Gesundheitszustand untersucht und ab der zweiten Lebenswoche gegen Spulwürmer, gegebenenfalls auch gegen Flöhe behandelt. Überlegen Sie, wo das Kinderzimmer sein soll. Anfangs eignet sich eine geräumige Kiste oder auch ein großer Karton mit ausreichend hohem Rand. Möglichst hell, aber nicht in der prallen Sonne, warm, ohne Zugluft und natürlich trocken sollte der Platz sein. Sie können eine in ein Handtuch gewickelte Wärmflasche in die Kiste legen, auf der die Tierchen zusammen kuscheln können. Ab der dritten Woche können Sie beginnen, festes Futter anzubieten. Beim Tierarzt oder in gut sortierten Zoohandlungen gibt es spezielles Fertigfutter für Katzenbabies, das Sie in mehreren kleinen Tagesportionen geben. Jetzt können Sie auch ein kleines Katzenklo aufstellen. (Geeignet sind z.B. abgeschnittene Pappkartons, gefüllt mit Katzenstreu). Katzen sind von Natur aus äußerst reinlich und suchen automatisch Stellen auf, an denen Sie ihren Kot verscharren können. |
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