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Endlich daheim
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Eigentlich ist es egal mit welchem Wochentag wir unseren Bericht beginnen, denn engagierte  Tierschützer kennen  kein Wochenende. Auch Samstags und Sonntags wollen die Schüsseln an den Futterstellen gefüllt sein und Katzenklos mit eingebauter Selbstreinigung sind noch nicht erfunden worden..leider. Selbst den Flaschenbabys knurrt am Sonntag genauso nach vier Stunden wieder der Magen wie am Mittwoch.

Der Einfachheit halber soll unser erster Tag, den wir mit Agnes und ihren Schützlingen verbringen, der Montag sein:
a_mit_flasche_1.jpgMorgens um 6:00 klingelt der Wecker, doch das ist eigentlich ein überflüssiges Geräusch, welches Agnes  auch nur noch aus Gewohnheit über sich ergehen lässt, denn erstens braucht sie in ihrem Alter nicht mehr soviel Schlaf und zweitens ist es im Moment so heiß, dass an Schlaf sowieso nicht  zu denken ist.Der Morgen graut und außerdem gibt es viel zu tun.

 

Zuerst sind die Flaschenbabys zu versorgen, denn wenn der Hunger diese kleinen quirligen Wollknäule richtig plagt, kennen sie keine Gnade. Laut schreiend machen sie auf sich aufmerksam. Agnes sieht der Fütterungsaktion gelassen entgegen. Zuviele mutterlose  Würfe hat sie schon aufgezogen. Heftig nuckelnd füllt sich ein kleiner Katzenbauch nach dem anderen mit der warmen Milch. Der Kleinste von allen will jedoch heute nicht richtig trinken. Seine Nase ist verstopft und Agnes beginnt sich Sorgen zu machen..Also wird sie gleich, bevor sie ihre Fütterrunde dreht, schnell zur Tierklinik fahren und das Kätzchen behandeln lassen. So jetzt werden noch die Bäuche gerieben, um die Verdauung anzuregen und dann gibt’s ein Nickerchen,... zumindest im Säuglingskorb.
Agnes trinkt noch schnell einen Tee und geht rüber zum Katzenhaus. Auch hier wird sie schon mit lauten Miaurufen erwartet. Einige ihrer Zöglinge streifen schnurrend an den Türen entlang, doch es gibt auch die eine oder andere Katzenmutter, die mit stoischer Ruhe samt ihrer Babys im Korb bleibt und sich das Frühstück ans Bett servieren lässt. Archi, der kleine weiße Kater mit den zwei verschiedenen Augenfarben guckt heute etwas betröppelt aus der Wäsche.
Archi ist Agnes Sorgenkind. Er hatte Katzenseuche und hat eine Gleichgewichtsstörung zurückbehalten. Schon lange versucht Agnes zusammen mit Anja in Deutschland ein zu Hause für Archi zu finden. Doch nicht jeder Tierliebhaber kann damit umgehen ein behindertes Tier in seinem Haushalt zu haben. Dabei kann Archie genauso schnell spielen und rennen wie seine Artgenossen, nur manchmal fällt er dabei um. Doch wen stört das schon? Archie jedenfalls nicht. Nun es wird sich schon jemand finden, der seinem Charme erliegt.
Agnes verliert sich in streicheln, kuscheln, schmusen und ist ganz eingelullt vom Schnurrkonzert der Mietzen. Gerne würde sie noch ein bisschen trödeln, aber es warten noch andere darauf versorgt zu werden. Nein nicht nur die Futterplatzkatzen, sondern auch die 23 eigenen Katzen (von denen viele Gnadentiere sind) von Agnes fordern ihren Tribut. Jetzt bekommt die Stammannschaft ihre Ration und auf geht’s. Fünf Futterplätze  sind abzufahren mit ca 40 Katzen.a_an_futterplatz.jpg Mal fehlt die eine oder andere, mal tauchen neue Tiere auf. Endlich um 12.00 ist sie mit ihrer Runde fertig. Schnell nach Hause, Flaschenbabys füttern, schon mal das Mittagessen vorbereiten und noch eben mit Flaschenbaby Nr. 3 zur Tierärztin. Klaglos lässt der zähe kleine Kerl die Behandlung über sich ergehen. Und jetzt ist erstmal Mittagspause. Das Thermometer zeigt 36 Grad und am besten lässt es sich in den kühlen alten Fincas mit den dicken Wänden aushalten.
Um 17:00 geht’s weiter. Zahlreiche Telefonate sind zu führen, Vermittlungen zu organisieren, Anrufe zu beantworten und neue Anwärter auf die Wartelisten zu setzen.
Um 19:00 muß Agnes noch zum Flughafen. Rhoderich, ein stattlicher roter Kater darf zu Ursel Uhrig fliegen und ist sogar schon vermittelt. Sowas ist ein echtes Highlight, denn kaum jemand möchte eine erwachsene Katze haben, alle bevorzugen Katzenwelpen.
Endlich um 21:00 ist unser Katzenengel wieder zu Hause. Daß sie die Milchflasche schon wieder in der Hand hat, brauche ich ja wohl nicht zu erwähnen..........
Und morgen geht es weiter.

Und das schneller als man denkt.

 
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